2011:
Wien in Concert - Melodien des alten und des neuen Wien":
Als am vergangenen Sonntag die Damen des Nieder-Weiseler Musikvereins in stilechten Kleidern der Wiener Kaiserzeit durch die geschmückte Alte Turnhalle flanierten, läuteten sie damit farbenfroh das diesjährige Herbstkonzert ein.
Foto © by Wolfgang Pachner (Vielen Dank!)
Nachdem alle Zuschauer die mit viel Liebe zum Detail geschneiderten Kleider und selbst kreierten Hochsteckfrisuren bewundert hatten, zogen die Herren zu „Wien bleibt Wien“ in den Festsaal ein und beendeten ihre Marschformation mit Blick auf den Balkon, welcher kurz danach die Sicht auf Kaiser Franz Poldi (Christoph Poltrum) und seiner leibreizenden Kaiserin Sissi (Katja Häuser) freigab.
Nach der offiziellen Begrüßung des Kaiserpaars nahmen alle Musiker auf der Bühne Platz und begannen das Programm mit dem „Hoch- und Deutschmeister Marsch“. Bei herrlichem ‚Kaiserwetter‘ hatten die Musiker jeweils passend zu den Musikstücken Bilder hinter die Bühne projiziert um die Zuschauer direkt in die Wiener Atmosphäre eintauchen zu lassen. Neben sonnigen Fotografien des Wiener Praters, Schloss Schönbrunn, der Volksoper und ähnlichen Bauwerken mehr, bot die Präsentation jeweils die perfekte visuelle Ergänzung zum akustischen Vortrag. Susanne Jung und Maximilian Adami – sie die Vetreterin des ‚Alten Wien‘, er als Falco gekleidet der Verteter des ‚Neuen Wien‘, führten witzig und informativ durch das Programm.
Ältere Melodien wie etwa ein Potpourri der schönsten Melodien aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss Sohn oder dem „Donauwellen“- Walzer von Iosif Ivanovici wechselten sich ab mit moderneren Stücken, so zunächst einem Song der wohl bekanntesten österreichischen Pop-Rock- Band Erste Allgemeine Verunsicherung, kurz EAV. „Küß die Hand schöne Frau“, wurde von den knapp 30 MusikerInnen auf der Bühne sehr lebhaft intoniert.
Foto © by Wolfgang Pachner (Vielen Dank!)
Es folgte eine Hommage an einen der größten modernen österreichischen Musiker, der bis heute der erste und einzige Sänger ist, der es mit seinem Song „Rock Me, Amadeus“ an die Spitze der US Charts geschafft hat. Unvergessen sind seine Lieder Der Kommissar, Vienna Calling, Sound of Music, Out of the dark und natürlich Rock me, Amadeus. „The Best of Falco“ wechselt in anspruchsvoller Weise zwischen rockigem Einwürfen und balladenhaften Absätzen hin und her, eine wahre Herausforderung an die Konzentration der Musiker.
Foto © by Wolfgang Pachner (Vielen Dank!)
Nach dem mit viel Applaus bedachten Rock-Potpourri beschlossen die Musiker den ersten Teil des Programms mit der „Tritsch-Tratsch Polka von Johann Strauss. Die Schnellpolka ist nicht nur für die Musiker selbst, sondern vor allem für die Zuschauer bei jeder Aufführung ein Spektakel: Man darf sich ab und an wundern, ob bei den unglaublich schnellen Läufen mehr als zwei Hände pro Instrument im Einsatz sind. Im Zusammenhang mit dieser Polka stand auch das diesjährige Gewinnspiel: Es galt zu tippen, wie viele Noten der 1. Trompeter in diesem Stück (ohne Wiederholung) zu spielen hatte. Mit 3 annähernd korrekten Tipps freuten sich Franz Borrmann über ein Ständchen des Musikvereins, Nico Manz über einen Verzehrgutschein des Gasthauses „Zur Glocke“ und Frau Hirsch über ein Weinpräsent.
Nach der Pause, in der die Gäste aus über 20 selbstgebackenen Torten ihre Favoriten aussuchen und probieren konnten, betraten die jüngsten MusikerInnen die Bühne: Die im Januar neu gegründete Flötengruppe des Vereins unter der Leitung von Sonja Sammeth brachte unter viel Applaus drei Musikstücke dar. Anfang September begannen zwei weitere Anfängergruppen unter der Leitung von Betty Menk. Die musikalische Früherziehung hat einen hohen Stellenwert in der Vereinsführung.
Zu Ehren des Kaiserpaars begann der zweite Konzertteil mit dem „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss. Dieses Musikstück stellt hohe Anforderungen an die Interpreten. Nicht nur, dass die Aufführung desselben ca. 10 Minuten dauert und damit konditionell eine Ausnahmenummer ist, müssen permanent Tempo- und Lautstärkewechsel bedacht werden, um nach im piano vorgetragenen Passagen sofort in mächtige Fortissimo-Pracht-Tonläufe zu wechseln. Der Abschluss des Stücks ließ die Wände der Halle noch nachbeben und bevor der Applaus einsetzte, konnte man eine Stecknadel fallen hören.
Mit „Live is Life“ der österreichischen Gruppe OPUS und einem Medley des erfolgreichen Liedermachers, Moderators und Schauspielers Rainhard Fendrich wurden wieder moderne Stücke dargebracht, bevor mit „The Young Amadeus“ eine ruhige, zauberhafte Melodielinie in Erinnerung an den großen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart erklang. Das Stück komponierte Mozart kurz vor seinem Tod. Wie ein sanfter Gesang hebt sich die Melodie filigran von einer luftigen Begleitung ab. Von Mozart für einen guten Freund geschrieben, vermittelt die Musik die Botschaft der Freundschaft.
Mit den „Grüßen aus Österreich“ und „Mir sein die Kaiserjäger“ endete der offizielle Programmteil, doch ließ das begeisterte Publikum die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne. Neben dem weltbekannten „Radetzky-Marsch“ überraschte der Verein noch mit gesanglich dargebrachten Hymnen an das Kaiserpaar, welche scherzhaft mit „Kaiser“ Franz Beckenbauers ‚Gute Freunde, kann niemand trennen‘ eingeleitet wurde. Kaiser Franz Poldi schalt seinen Kapellmeister (Peter Hildebrand) vor allen Gästen, so dass dieser nach einem weiteren Fehlversuch (Bundeshymne Österreich) schließlich die korrekte Kaiserhymne von seinen Musikern darbieten ließ. Der Verein bedankt sich bei allen Helfern und Mitwirkenden für das gelungene Konzert.
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2010:
Weihnachtskonzert mit himmlischem Besuch
Nieder-Weiseler Musiker gastierten erstmals in der „Alten Turnhalle“
Trotz des anhaltenden Schnees am 19.12.2010 konnte der Musikverein Nieder-Weisel rund 150 Gäste zu seinem erstmals in Butzbach stattfindenden Weihnachtskonzert begrüßen. Die Alte Turnhalle war in feierliches Licht getaucht, geschmückte Weihnachtsbäume zu beiden Seiten der Bühne sorgten für das passende Ambiente und die Musiker nahmen unter anhaltendem Applaus auf ihren Plätzen auf der liebevoll als Himmel dekorierten Bühne Platz.

Die 27 Musiker und Musikerinnen begrüßten das Publikum mit dem feierlichen Hymnus „Toward the Bright Future“ des erst 1986 geborenen japanischen Komponisten Naoya Wada. Die Trompeten- und Flügelhorn-Fanfare zu Beginn des pompösen Titels (zu deutsch: „Einer strahlenden Zukunft entgegen“) leitet ein abwechslungsreiches Musikstück ein, dessen unterschiedlichste Takt-, Tempi- und Tonartwechsel eine besondere Herausforderung darstellt. Mit viel Applaus bedachten die Zuhörer den fast exotisch anmutenden Konzertbeginn.
Susanne Jung führte im Folgenden souverän durch das Programm. Im nachfolgenden „Mitternachtsblues“ von einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts, Franz Grothe, begeisterte Jörg Zimmer mit einem Solo an der Posaune. Das verträumte Musikstück „Mood Romantic“ von Johan Nijs schloss sogleich an, welches auf die romantische Seele eines Zuhörers abzielt. Das Werk, das sich besonders als eine Art Ruhepunkt in jedem Konzertprogramm eignet, begeisterte das Publikum.
Die beiden jüngsten Akteure auf der Bühne, Emily Jung und Maximilian Sammeth, berichteten in ihrem gemeinsam dargebrachten Gedicht „Weihnachtszauber“ vom ungeduldigen Warten, bis endlich die lang ersehnte Heilige Nacht beginnt. Susanne Jungs nächster Wunsch an die Zuhörer, sich ein „verschneites Winterwunderland“ vorzustellen, in dem im gleichnamigen „Winter Wonderland“ von Felix Bernard die Rede ist, wurde mit großem Gelächter bedacht, hatten sich doch alle Anwesenden durch das herrschende Schneechaos gekämpft, um pünktlich ins Konzert zu kommen.
Das Solo aus Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der 3.Orchestersuite wurde im Folgenden von Flügelhornist Peter Hildebrand dargebracht. Das ruhige und nur selten stärker als in Piano-Lautstärke vorgetragene Stück untermalte die allgemein sehr festliche Stimmung des ersten Konzertteils.
Nach einer kurzen Pause bekamen die Konzertbesucher und die Musiker auf der Bühne „himmlischen Besuch“ vom Engel Christopherus, seines Zeichens Dirigent des Orchesters, Christoph Poltrum. In strahlend weißem Engelsgewand, blonder Perücke und sogar Engelsflügeln sorgte er für einige Lacher, bevor er das feierliche erste Lied nach der Pause „Cantata Jubilata“ anstimmen ließ. Am strahlenden Auftakt der Kantate hatte Komponist Hans Hartwig offenbar seine helle Freude, das festliche Musikstück bietet nämlich gleichzeitig besinnliche Elemente passend für die Weihnachtszeit.
Mit den beiden traditionellen Weihnachtsliedern „Jingle Bells“ und „Aber Heidschi Bumbeidschi“ (beide in der Bearbeitung von Gerald Weinkopf) brachte man zwei Klassiker dar, bevor Mareike Hartmann die Gäste mit einem weiteren Gedicht erfreute. Schließlich kündigte sich per Scheinwerferlicht der nächste Solovortrag an. Stephanie Dein zeichnete sich für das getragene Flügelhornsolo in Franz Schuberts „Ave Maria“ verantwortlich.
Mit dem rockigen „In the Christmas Mood“ (frei übersetzt als „In Weihnachtsstimmung“) von Nigel Hall vereinen sich bekannte amerikanische Weihnachtslieder wie „Rudolph, the red-nosed reindeer“, „Let it snow“ oder „Rocking around the Christmas Tree“ endete der offizielle Konzertteil, doch nun war das Publikum gebeten gemeinsam mit den Musikern in einige Weisen einzustimmen.
Die drei gemeinsamen Lieder „Alle Jahre wieder“, „O du Fröhliche“, „Ihr Kinderlein Kommet“ brachten die Alte Turnhalle noch einmal zum Klingen, bis dann bei „Stille Nacht, Heilige Nacht“ das Bühnenlicht allmählich dunkler wurde und schließlich vollständig erlosch, um die Konzertbesucher in eine besinnliche Weihnachtszeit zu entlassen.
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2009:
"Back to the 70´s"
Das etwas andere Herbstkonzert des Musikvereins Nieder-Weisel fand am Sonntag, den 08.11.2009 in der alten Mehrzweckhalle statt. „Etwas musikalisch völlig anderes“ erwarte die Gäste in diesem Jahr, so die Verantwortlichen im Vorfeld. Man habe bewusst ein Programm einstudiert, welches mit der traditionellen Vorstellung von Blasmusik einmal gründlich aufräumen werde.
Stattdessen gab es unter dem Schlagwort „Back to the 70’s“ eine Auswahl bekannter Stücke der damaligen Discogiganten. Diesen gar nicht so ungewöhnlichen Ausflug in die moderne, symphonische Blasmusik haben über 25 aktive Musiker gewagt und überraschten die Konzertgäste nach den langen Monaten des Probens mit einem Feuerwerk der Discomusik, teilweise unterstützt durch Gesangseinlagen von Mitgliedern der befreundeten Nieder-Weiseler Gesangsvereine "Frohsinn" und "Liederkranz". Weitere Unterstützung hatten sich die Nieder-Weiseler mit den Musikern aus Hoch-Weisel ins Boot geholt, die den ersten Programmteil mit traditioneller Blasmusik füllten, um dann die zweite Hälfte des Konzertes an die ortsansässigen Musiker zu übergeben.
Neben den Wechsel des Musikstils von zünftiger Blasmusik hin zu schnellen Discobeats wechselnde passenderweise auch das Bühnenbild von "Alpenpanorama" hin zu "Disco-Fieber"... Aber sehen Sie selbst:
Der Musikverein 1930 Hoch-Weisel im traditionellen Konzertteil:
Der Musikverein 1922 Nieder-Weisel nach der Veränderung des Bühnenbilds:
Wer konnte ahnen, dass dieses Konzert unser Abschiedkonzert in der altehrwürdigen Mehrzweckhalle Nieder-Weisel sein würde???